Beschreibung
Im vorliegenden Band IV legt der Autor die geistigen und ideologischen Grundlagen für die Globalisierung im 19. und 20. Jahrhundert dar. Seine Analyse beginnt 1789 im Jahr der Französischen Revolution. Nachdem die alte hierarchische Ordnung in Frage gestellt war, bedurfte es neuer Erklärungen zur Legitimation von Ungleichheit. Detailreich wird nachgezeichnet, wie sich diese Ungleichheit im 19. Jahrhundert entwickelte und vertiefte.
Der Autor entwirft einen Analyserahmen, der die Weltwirtschaft als eine axiale Arbeitsteilung zwischen auf- und absteigenden, im zeitlichen Verlauf sich verschiebenden Teilräumen begreift, die auf der ungleichen Rolle von Zentren und Peripherien beruht. Dieses Modell nahm seinen Ausgang in Süd- und Westeuropa und hat in der Zwischenzeit den gesamten Globus erfasst.
Wallerstein untermauert seine These, dass die Dynamik des kapitalistischen Weltsystems von den jeweiligen Zentren ausgeht, indem er sich der Legitimierung der globalen Zivilisierungsmission zuwendet, die in England und Frankreich begann. Gleichzeitig nimmt Wallerstein im vierten Band jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die ihm eine ökonomistische Herangehensweise unterstellten: Hier geht es um Politik und Ideologie, sowohl seitens der herrschenden Klassen als auch seitens der antisystemischen, oppositionellen Bewegungen.
Mit anderen Worten: es geht um die Herausbildung einer Geokultur für das Weltsystem im 19. Jahrhundert.